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Predigt über Mt.4,12-17

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Notes & Transcripts

Predigt über Mt.4,12-17

Autor: Thomas Ehlert

 

Erstelldatum: 7. Januar 1999

Titel: Allweihnachtstag - Weihnachtsalltag

Bibelstelle: Mt.4,12-17

Anzahl der Seiten: 6

Anzahl der Wörter: 2298

Anzahl der Zeichen: 12318

Gepredigt:

Datum Ort Bemerkungen
10.1.99 Deuz  
     
     
     

Gliederung:

Hinführung................................................................................................ 1

1. Weihnachtslicht – Alltagslicht (Lebenslicht)........................................ 2

2. himmlische Weihnachten – himmlischer Alltag.................................... 4

Zusammenfassung..................................................................................... 6

Lesen des Predigttextes

Hinführung

Haben sie noch ihre Weihnachtsbäume, Weihnachtsschmuck? In dieser Woche weggeräumt? Das ist das Äußerliche. Jetzt frage ich innerlich?

Haben sie noch Weihnachten oder haben sie auch innerlich, seelisch längst abgehangen? In Kartons verpackt und im Keller, in irgendeiner tiefen Ecke ihrer Seele fürs nächste Jahr verstaut?

„…der Schall verklang, der Schein verging, der Alltag hat in jedem Ding nun wieder angefangen.” so haben wir gerade gesungen. Was bleibt von Weihnachten, von all der Freude? Ist Weihnachten nur so ein Luftballon, der in der Adventszeit kräftig aufgeblasen wird, mit Erwartungen und Wünschen gefüllt und der dann Weihnachten oder kurz danach wieder zerplatzt. Was ist uns geblieben, was bleibt uns? Wenn Weihnachten Gottes Sohn gekommen ist, der Retter, der Heiland, dann muss doch da mehr sein.

Und doch merken wir alle, wie uns der Alltag wieder einholt, und das ist ja auch nicht schlimm, wir könnten ja nicht dauernd feiern, aber was bleibt von Weihnachten? Was bleibt von Weihnachten im Alltag übrig. Was wird mit Jesus?

Noch mal das Lied: »Wem trau ich mehr, der einen Nacht oder den vielen Tagen?« Das stellt uns doch die Frage, was bleibt, was bringt Weihnachten über Weihnachten hinaus?

Wie bekommen wir unser stinknormales Leben, mit dem überfrachteten Großereignis Weihnachten in Beziehung?

Wir sind in diesen Tagen an einer Nahtstelle. Auf der einen Seite: Weihnachten: Retter Erlöser, Licht, Frieden, Engel und auf der anderen Seite: unser Alltag: Frühschicht, Mobbing, kaputtes Auto, zerstörte Beziehung, ne 5 in Mathe.

Und die Frage ist: wie verbinden wir das miteinander? Wo sind die Brücken, die wir vom Weihnachtsfest aus in unseren Alltag gehen können? Oder kommen wir wieder in die alte Tretmühle und Weihnachten hat doch nichts mit unserem Leben zu tun. Das ist mal so ein Ausreißer, so ein Fluchtpunkt aus den Alltagssorgen.

Gibt es eine Verbindung? An dieser Nahtstelle: Nahtstelle Weihnachtstag – Alltag. Oder sind das verschiedene Stoffe, die nicht zusammen passen?

Das ist mein Thema heute, Predigtthema: Nahtstelle Weihnachtstag – Alltag.

Das ist nämlich genau unser Text:

Ø Weihnachtsvers – und Zusammenfassung von Jesu Wirken.

Ø Text ist Verbindungsglied zwischen der Kindheit, den Ereignissen der Geburt und dem Dienst Jesu.

Dieser Text steht genau da, wo wir stehen. An dieser Nahtstelle, Weihnachtstag – Alltag, Baby im Futtertrog – Herr und Meister.

Ich sehe zwei Nähte oder eine Doppelnaht, die dieses beides, verbindet, verknüpft zusammenbringt.

1. Weihnachtslicht – Alltagslicht (Lebenslicht)

Weihnachtsvers: Das Volk, das in Finsternis saß, sieht ein großes Licht und über denen, die saßen am Ort und im Schatten des Todes ist ein Licht aufgegangen.

In diesem Sinne zünden wir Weihnachten die Lichter an.

Wenn dieser Weihnachtsvers vom Weihnachtslicht hier steht im Evangelium, an der Nahtstelle, dann heißt das doch, das dieses Weihnachtslicht nicht mit dem 6. Januar verloschen ist, sondern Alltagslicht sein will. Jesus redet von sich als dem Licht der Welt.

Gelingt es uns also von dem an Weihnachten in die Welt gekommenen Licht, die Brücke zu schlagen?

Ich glaube, wir haben von Weihnachten her eine etwas falsche Vorstellung von diesem Licht. Und das ist unser Problem.

Weihachtslicht – woran denken sie da? An Wachskerzen am Tannenbaum, dicke rote Kerzen auf dem Adventskranz, Lichtbogen und Pyramiden, Engel, usw.

Diese Lichter zünden wir zu Weihnachten an, verbinden wir mit Weihnachten

Ist das das Licht, von dem hier die Rede ist, im Text? Da ist ein Licht in die Dunkelheit gekommen. Licht in der Dunkelheit.

Alle Geschichten um diesen Vers und um Licht in der Weihnachtszeit, die haben immer so ein kleines Licht im Kopf. Licht das durch einen Türspalt dringt.

In unserem Text wird ein großes Licht vorausgesetzt…

Eben so etwas, was wir als Alltagslicht bezeichnen würden, das Licht der Sonne, die Neonröhre, die Halogenlampe.

Helles großes Licht. Steht im Text. Wenn wir das feiern wollten, dann müßten wir unsere Weihnachtsmärkte im Fußballstadion bei Flutlicht veranstalten, und Halogenscheinwerfer statt Teelichter ins Zimmerfenster stellen.

Man kann gemütlich bleiben, ich habe nichts dagegen, nur schließen wir von unseren Teelichtern und Weihnachtskerzen nicht auf das Licht Jesus. Das ist nicht gemeint mit unserem Vers. Und auch nicht mit den anderen adventlichen biblischen Lichtversen. Hirten auf dem Felde. Mache dich auf und werde Licht, etc.

Wenn wir das mit unseren Lichtern in Erinnerung bringen wollten, dann brauchen wir Flutlicht. Dann muss zumindest der 300 Watt Deckenstrahler in Aktion treten.

Mit Jesus kommt nicht ein kleines Licht in der Dunkelheit, so schön und anheimelnd das auch ist, und so viel vielsagendes man daraus auch machen kann. (Beispiel Leuchtturm - Orientierung)

Das ist so ein Weihnachtslicht. Was nach Weihnachten schnell verglüht. Was ein bisschen Gemütlichkeit erzeugt, aber keine Erleuchtung in mein Leben bringt. Ein kleines Licht geht schnell aus, eine Kerze brennt nicht lange. Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt.”

Mit Jesus ist großes Licht gekommen. Nicht Licht in der Dunkelheit, sondern Licht statt Dunkelheit, anstelle von Dunkelheit.

Keine Funzel, kein kleines Licht, nicht nur so ein Zeichen der Hoffnung.

Das ist die erste Naht, ob wir aus dem Weihnachtslicht Alltagslicht, Lebenslicht empfangen können. Und es wird ganz darauf ankommen in welchem Licht, als welches Licht wir Jesus sehen. (Epiphaniaszeit). Sehen wir ein großes Licht?

Ein großes Licht, das keiner sieht?

Wie ist das mit diesem Licht in unserer Zeit?

-         Diese Welt wird nicht heller, sondern dunkler

-         Menschen, müssen durch dunkle Stunden

Ist dieses Licht so etwas wie ein Aufblitzen, ein Blitz

Nacht wird zum Tage, aber eben nur für 10tel Sekunden

Widerspruch schon als Matthäus  das Wort zu Anfang seines Dienstes auf Jesus bezieht. Mt.4,14-16 – ein kleiner Mensch irgendwo in Galilea als großes Licht?

Hätten sie das damals geglaubt? Die Leute auch nicht. Der?

Warum ist Jesus ein großes Licht, nicht nur Weihnachtslicht, sondern Alltags- und Lebenslicht? Und doch nicht für alle sichtbar?

Groß und hell wird das Licht durch seine Nähe.

Sonne & Sterne – entscheidend ist Nähe.

Je näher ich dran bin, um so heller ist ein Licht.

Gott kommt uns nah.

2 Fache Nähe:

a.)  Räumlich – Jesus ist in unsere Welt gekommen (das ist Weihnachten)

Aber das heißt noch nichts.

b.)   menschlich  (Beispiel: nebeneinander sitzen im Gd macht noch keine wirkliche Nähe aus.)
wiederum 2fach für wirkliche Nähe braucht man beide Seiten. Beziehungsnähe.

Darin sehe ich die Größe des Lichtes, seine Helligkeit. Weil er mir ganz nah kommt.

Und weil er darum mein Leben hell machen kann, nicht nur ein Lichtblick. Sondern leuchtend und hell. Weil er darum meinem Leben Orientierung geben kann und ich mich zurechtfinde.

Wenn sie den Eindruck haben, das Jesus nur so ein verlöschender Docht ist, so ein kleines Licht in der Dunkelheit, dann müssen sie näher dran.

Das ist die Kunst aus dem Weihnachtslicht Alltagslicht zu machen, - näher ran.

Gehen sie mit ihrem Leben, mit den Sorgen, mit dem was sie auffressen will und auch mit dem, was sie ausgefressen haben, und was dunkel ist, mit ihren Leiden, und den endlosen Fragen, näher ran.

Stillen sie all das in dieses Licht hinein. Das ist kein Licht, was die Probleme  wegbeamt, aber es macht sie hell.

(eigene Erfahrung)

Konnte nachts nicht einschlafen. Probleme wälzen, und sorgen. Plötzlicher Gedanke: Was wenn Jesus nicht da wäre? Was wäre dann. Und dann Freudentränen: Jesus ist da. Plötzlich war Flutlicht im Schlafzimmer. Nicht nur so ein kleines Windlicht der Hoffnung. Wenn Jesus in meiner Nähe ist, und wenn ich in seiner Nähe bleibe, dann ist alles in seinem Licht. Damit waren meine Probleme nicht weg, aber sei waren in seinem Licht. Dann wird aus dem Weihnachtslicht – Alltagslicht . Lebenslicht.

Nahtstelle – Weihnachten- Alltag

Weihnachtslicht – Alltagslicht (Lebenslicht)

Jesus ist nicht nur eine kleine Funzel, sondern ein großes Licht. Und je näher ich dran bin mit meinem Leben und allem was dazu gehört. Je mehr ich drin bin, im Schein dieses Lichtes. Um so mehr schließt sich die Naht zwischen Weihnachtstag und Allerweltstag.

2. himmlische Weihnachten – himmlischer Alltag

Jetzt geht es um den Vers. 17.

Himmlische Weihnachten – himmlischer Alltag

Himmlische Weihnachten. Weihnachten öffnet sich der Himmel. Vom Himmel hoch. Gott will bei uns wohnen. Oder in einem neueren Weihnachtslied: Als Gottes Kind im Krippenstroh geboren ist, da hat der Himmel, die Erde geküßt.

Wenn Weihnachten Gott kommt, Gott auf diese Erde kommt, dann reicht Gottes Reich in diese Welt hinein. Dann fängt auch auf Erden, das Himmelreich Gottes an.

Jesus sagt: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. Gottes Reich ist angebrochen in dieser Welt. Weil Gott in Jesus hineinkommt. Das ist Weihnachten.

Denn was heißt denn Weihnachten anders, als das Gott und Gottes Reich nahe gekommen ist. Das ist das Himmlische an Weihnachten.

Nun fragen sie zurecht: Wo ist denn das Reich Gottes? Dieses Himmelreich. Davon kann ich nicht viel sehen. Muss ich nur die Zeitung aufschlagen, oder die Tagesschau. Da gibt es „mir reicht’s, aber nicht Reich Gottes. Himmelreich auf Erden.

Wie ist das mit dem Reich Gottes?

Ist es schon? Oder sind wir nahe dran und doch immer noch nicht drin? Kommt es doch irgendwann erst mal?

 Es gibt dazu im NT scheinbar widersprüchliche Aussagen.

Und die Theologen haben das so zusammengefasst. Sie sagen: Gottes Reich ist jetzt schon und noch nicht. Es ist da und doch nicht da. Und das gleichzeitig. Man kann das nur in Paradoxien, in Widersprüchlichkeiten ausdrücken.

Das zu verstehen ist für uns am Anfang des Jahres 1999 alles gar kein Problem. Das mit dem Reich Gottes ist wie mit dem Euro. Er ist die Währung. Die DM ist eine Scheinwährung. Sie gibt es eigentlich nicht mehr. Und trotzdem bezahlen wir unser Brot derzeit noch mit Mark und Pfennig.

Und so ist das mit dem Reich Gottes. Es ist mit Jesus ganz gekommen, und sie und ich wir können heute in diesem Reich Gottes leben und trotzdem sind auf dieser Welt noch viele alte Scheine. Und wir warten auf dem Tag da die umgetauscht werden, wenn Jesus wiederkommt komplett und für alle sichtbar einziges Zahlungsmittel dieser Welt ist.

Aber im Hintergrund, hinter allem, steht Jesus, auch heute schon, als Herr der Welt. Er ist der eigentliche Stabilitätsfaktor in unserer Welt. Und er bestimmt den Wert, den Wert unseres Lebens und den Wert unseres Handelns. Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.

Also, seit Weihnachten ist es da, ist es nah.

Und darum müssen wir uns drauf einrichten, wollen wir wichtiges nicht verpassen. „Fit für den Euro”, werben die Banken. „Fit fürs Himmelreich”, sagt Jesus.

Nicht nur ein paar Tage himmlisches Weihnachten, sondern dürfen jetzt im Januar und das ganze Jahr himmlischen Alltag leben. Das ist das, was Jesus meint, mit „tut Buße”. Lebt himmlischen Alltag. Fit fürs Himmelreich

Ich weiß nicht woran sie bei – Buße denken, das Wort ist etwas negativ beschlagen, Sack und Asche und Büßertum, und Bußgeldkatalog.

Das Wort im Griechischen meint eine Ausrichtung meines Lebens und Strebens auf Gott hin. Auf sein Reich hin. Das ich mein Leben gestalte als himmlischen Alltag, weil Gott auf diese Welt gekommen ist. Das ich mein Leben lebe im Horizont und in der Ausrichtung auf Gottes Reich.

Wir müssen nach Weihnachten nicht wieder die alte Leier anfangen. Da ist eine andere Währung auf dieser Welt. Und die darf sich bewähren in unserm Leben.

Himmlischer Alltag heißt nicht, wir schaffen, den Himmel auf Erden, aber es heißt wir können den Himmel hier auf Erden jetzt schon ein Stück weit leben, durch die Art und Weise wie wir mit uns, mit unserem Nächsten und mit unserem Gott umgehen. Das wir uns auf daraufhin ausrichten.

Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.

Richtet euch auf Gottes Reich hin aus. Und richtet euch in seinem Reich ein. Himmlischer Alltag. Wie kann das aussehen? Das kann ganz verschieden aussehen: Das ich den Himmel heute schon lebe. Aber es ist immer eine Ausrichtung auf Gott. Ein Leben des Reiches Gottes.

-         Sünden lassen, kann dazu gehören,

-         Aussöhnung

-         Mitarbeiten in der Gemeinde

-         Verstärkte Beziehung zu Gott knüpfen.

-         im Gespräch mit Gott sein, was in meinem Leben wirklich dran und wichtig und nötig ist.

Die Details sind vielfältig, wo überall ich schon in der neuen Währung zahle. Aber diese Grundentscheidung muss jeder von uns treffen. Ich will mein Leben auf Gott hin ausrichten, wieder neu ausrichten. Und das Jahr ist noch jung, so dass ich sie bitte, dass sie diese grundsätzliche Entscheidung an zwei drei Punkten für sich konkret machen.

Ich möchte mich auf Gottes Reich hinausrichten und ich musst jetzt einfach mal mit meinem Nachbarn reden, und das in Ordnung bringen.

Ich möchte mich auf Gottes Reich ausrichten und ich möchte die Jungscharstunde, die ich halte, in einer wirklichen Leidenschaft und als einen Dienst für Jesus verstehen und nicht nur so als etwas unter vielen.

Ich möchte mich auf Gottes Reich ausrichten, und ich möchte Gott mehr Zeit geben in mein Leben hineinzureden. Und darum stelle ich den Wecker eine Viertelstunde früher.

Das ist himmlischer Alltag.

Ich will ernst machen mit Weihnachten, dass Gott zu uns gekommen ist und will mit ihm Leben. Nicht nur himmlisches Weihnachten, sondern himmlischer Alltag.

Zusammenfassung

Nahtstelle Weihnachtstag - Alltag

Das würde Gott sich wünschen, dass wir mit Weihnachten ernst machen. Allweihnachtstag – Weihnachtsalltag. Im Mai und im September. Das wir die Kluft überwinden. Und die Nahtstelle zusammennähen. Zu  einem Leben im Allweihnachtstag – im Weihnachtsalltag

Unser Predigttext steht im Evangelium als Brückentext zwischen Weihnachten und Kindheit und seinem Dienst und seinem Weg ans Kreuz.

Und darum könnte dieses 'Allweihnachtstag – Weihnachtsalltag' Wort auch uns zur Brücke werden von Weihnachten in unser Leben hinein. Das wir Allweihnachtstag – und Weihnachtsalltag leben.

Nah ran und in sein Licht hinein, und ausrichten meines Lebens auf Jesus.

Die Tannenbäume haben die meisten von uns nicht mehr, aber Weihnachten dürfen wir behalten. Amen

Und der Friede Gottes

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